Lösungsorientierung bei Konflikten auf Führungsebene

Konflikte zwischen Führungskräften entstehen selten plötzlich. Häufig entwickeln sie sich schleichend, bleiben unausgesprochen und zeigen sich indirekt in Kommunikationsmustern, Abstimmungsproblemen oder Spannungen im Umfeld. Eine professionelle Konfliktbearbeitung setzt genau hier an: Sie schafft einen sicheren Rahmen, in dem unterschiedliche Perspektiven sichtbar, verständlich und bearbeitbar werden.

1. Klärung von Auftrag und Kontext

Zu Beginn wird gemeinsam mit HR und relevanten Entscheidungsträgern der Rahmen abgesteckt. Dabei geht es um die Wahrnehmungen zur Situation, deren Auswirkungen auf die Organisation sowie um die Ziele der Intervention. Ebenso werden Rollen, Erwartungen und der Umgang mit sensiblen Informationen geklärt. Das sorgt für Klarheit und Verbindlichkeit im weiteren Prozess.

2. Gemeinsamer Auftakt mit allen Beteiligten

In einem strukturierten Kick-off werden Anlass, Zielsetzung und Vorgehen transparent gemacht. Die beteiligten Führungskräfte – hier Director IT  und Director Finance – erhalten die Möglichkeit, den Prozess zu verstehen und sich bewusst darauf einzulassen. Gleichzeitig werden Spielregeln für die Zusammenarbeit definiert – insbesondere im Hinblick auf Offenheit, Vertraulichkeit und respektvolle Kommunikation.

3. Vertrauliche Einzelgespräche

Im nächsten Schritt werden beide Perspektiven getrennt voneinander vertieft. In einem geschützten Rahmen können Sichtweisen, Bewertungen und Hintergründe offen angesprochen werden. Neben den sichtbaren Konfliktpunkten werden auch zugrunde liegende Interessen, Erwartungen und mögliche Missverständnisse herausgearbeitet. Gleichzeitig werden erste Ideen für Lösungen und Verbesserungen gesammelt.

4. Strukturierte Auswertung und Verdichtung

Die gewonnenen Informationen werden anschließend systematisch ausgewertet. Wiederkehrende Muster, zentrale Spannungsfelder und relevante Unterschiede in den Wahrnehmungen werden identifiziert. Daraus entstehen Hypothesen und eine klare Struktur der Kernthemen, die im nächsten Schritt bearbeitet werden.

5. Gemeinsamer Klärungs-Workshop

Im moderierten Workshop werden die zentralen Themen transparent zurückgespiegelt. Ziel ist es, ein gemeinsames Verständnis für die Situation zu entwickeln und Unterschiede konstruktiv zu bearbeiten. Die Beteiligten klären, wo Einigkeit besteht und wo Differenzen bestehen bleiben. Darauf aufbauend werden die wichtigsten Themen priorisiert und konkrete Vereinbarungen für die zukünftige Zusammenarbeit erarbeitet.

Der Fokus liegt dabei konsequent auf der Zukunft: Wie kann Zusammenarbeit wieder verlässlich, klar und wirksam gestaltet werden? Welche konkreten Verhaltensweisen, Abstimmungen und Kommunikationsformen unterstützen das?

Ergebnis

Am Ende steht kein „Gewinner-Verlierer“-Ergebnis, sondern eine tragfähige Arbeitsbasis. Die Führungskräfte verfügen über ein gemeinsames Verständnis der Situation, geklärte Erwartungen und konkrete Vereinbarungen. Dadurch wird Zusammenarbeit wieder möglich – klarer, stabiler und mit deutlich weniger Reibungsverlust.